Auf Grund des langsamen Rennverlaufs wurde bereits das erste Tor zur Ziellinie erklärt. Die ersten Boote hatten diese bereits passiert während wir mit fast Windstille rund 500 Seemeilen entfernt feststeckten. Mit jedem Tag sah es weniger realistisch aus, dass wir das Transit-Fenster für den Panama Kanal schaffen würden und so stieg der Druck seitens der Rennleitung etwas zu unternehmen.
Nach einigem hin und her entschlossen wir uns den letzten Platz zu akzeptieren und das Rennen vorzeitig zu beenden. Dies würde es uns erlauben der Flaute mit Hilfe der Maschine zu entkommen. Scotland lag zu diesem Zeitpunkt rund 30 Seemeilen vorn und akzeptierte den neunten Platz. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Panama.
Der Wind liess weiter auf sich warten und so legten wir etliche Meilen unter Maschine zurück. Gleichzeitig gingen die Rechnungen los, ob wir mit dem verbleibenden Treibstoff bis zum geplanten Tank-Stopp in Costa Rica kommen würden. Die Antwort war ein klares nein. Selbst wenn es uns möglich wäre hin und wieder zu segeln und so Treibstoff zu sparen fehlten uns etliche Liter um in vernünftiger Zeit das Ziel zu erreichen. So wurde ein zusätzlicher Stopp in Südmexiko organisiert, der es uns erlauben würde zusätzlich Treibstoff zu tanken.
Doch auch der Weg bis dorthin war lang und ausserhalb der Reichweite. Entsprechend galt es jedes bisschen Wind zu nutzen. Und so kam es nicht selten vor, dass wir mehrmals am Tag von Segeln zu Motorfahrt und wieder zurück wechselten.
Um den Motoren dabei etwas Abkühlung zu gönnen, stellten wir mit Scotland eine Schleppverbindung her. Schliesslich ist die Wassertemperatur über 30 Grad und die Luft ist gefühlt zumindest tagsüber um einiges wärmer. Als wir an der Reihe waren zu schleppen, verlief anfangs alles wie geplant. Die Schleppleine wurde übergeben und wir nahmen Fahrt auf. Nach etwa einer halben Stunde machte unser Motor jedoch merkwürdige Geräusche. Um keinen Schaden zu riskieren drosselten wir die Fahrt und Scotland übernahm das Schleppen. Nachdem die Maschine etwas abgekühlt war, was in diesen Bedingungen ein sehr relativer Ausdruck ist, konnten wir sie genauer anschauen. Die einzige Auffälligkeit war die Getriebeflüssigkeit, die wie schon früher mit Wasser verunreinigt war. Seitdem wir diese getauscht haben können auch wir wieder schleppen.
So bahnen wir uns gemeinsam den Weg nach Mexiko. Mal segelnd, dann schleppt das eine Boot und dann wieder das andere. Mittlerweile sieht es so aus, als ob wir genügend Treibstoff haben, um den Zwischenstopp zu erreichen. Dennoch geht der Wechsel von Motor zu Segel und zurück munter weiter, immer mit dem Ziel möglichst schnell voran zu kommen. Auch wenn das Rennen mittlerweile für alle Boote beendet ist, wollen wir möglichst viel Zeit in Panama verbringen um uns auf die kommende Etappe vorzubereiten.
Ausserdem sind die Temperaturen fast unmöglich auszuhalten. Zwar haben wir kein Thermometer um die Lufttemperatur zu messen, aber das Wasser ist seit rund einer Woche schon über 30 Grad warm. Und zumindest tagsüber fühlt sich die Luft um einiges wärmer an. Selbst im Schatten ist es sehr anstrengend und es ist nicht unüblich eine ganze Flasche Wasser pro Stunde zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Ich habe eindeutig genug von der Hitze. Es ist schwer überhaupt Schlaf und Erholung zu finden. Dazu kommt, dass jegliche Tätigkeit sofort in einem Schweissausbruch endet und wir selbst nach der Eimerdusche binnen Minuten wieder völlig verschwitzt sind. Ich sehne mich nach dem Atlantik und der Fahrt in den Norden. Vorher ist nicht wirklich mit einer Abkühlung zu rechnen. Aber bis dahin geht es noch mindestens eine Woche. Immerhin versprechen die Tankstopps etwas Abwechslung und vielleicht finden wir ja auf dem Weg auch noch etwas Wind, der uns beim Abkühlen hilft.

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