Das grosse Finale

Die letzten Tage des Rennens vergingen wie im Flug. Obwohl wir nach der Rundung Irlands eher wenig Wind hatte. In der Folge wurde der Kurs für das Renne verkürzt. So würden wir nicht wie ursprünglich geplant noch einen Abstecher in Richtung Frankreich machen. Stattdessen nahmen wir direkt Kurs auf die Ziellinie östlich der Isle of Wight. Doch der Ärmelkanal zeigte sich weiterhin von seiner ganz ruhigen Seite.

Der Kanal war spiegelglatt und das Vorankommen war teilweise unmöglich. Um das pünktliche Ankommen der Flotte für die grosse Parade am Samstag sicherzustellen entschied die Rennleitung dann das Rennen per Zeitlimit zu beenden. Sprich alle Boote würde zum kommunizierten Zeitpunkt ihre Positionen übermitteln und die verbleibende Distanz zur Ziellinie würde die Platzierung entscheiden. Einzig das Team Qingdao schaffte es vor der Zeit die Ziellinie zu erreichen und sicherte sich somit den Sieg im letzten Rennen.

Um in den letzten Stunden vor dem Ende nicht noch von der Tidenströmung vom Ziel weg getragen zu werden, entschieden wir uns mitten im Kanal den Anker zu werfen. Auf Grund der Wassertiefe von über 45m nutzten wir sowohl die Hauptanker-Kette als auch die vom Notanker und knoteten ebenfalls die beiden Ankerleinen zusammen. So gelang es uns die Position trotz gegenläufiger Strömung zu halten, während einige der Mitbewerber offenbar nicht ankerten und mit bis zu einem Knoten vom Ziel weg trieben.

Auch wenn wir es nicht mehr geschafft haben, die Boote vor uns anzugreifen, konnten wir doch einen fünften Platz im letzten Rennen Sicher, der uns auch den fünften Platz in der Gesamtwertung beschert hat. Entsprechend gross war die Freude im gesamten Team. Dazu kam dann natürlich noch die Freude über die komplette Weltumrundung. Das überfahren unserer Route von vor knapp einem Jahr war ein sehr emotionaler Moment für alle, die damals dabei waren.

Sprint-Rennen

Nach dem Ende des Rennens nahmen wir dann langsam Kurs auf den Sammelpunkt für das letzte Sprintrennen. Dieses sollte am Samstagmorgen vor Portsmouth stattifnden. Mit den nach wie vor schwachen winden kamen wir nur langsam voran und erreichten zusammen mit den übrigen Booten den Sammelpunkt in den frühen Morgenstunden.

Da der Wind nach wie vor eher schwach und sehr wechselhaft war, wurde auch der Kurs für das Sprintrennen verkürzt, noch bevor wir gestartet sind. Es war schön in Sichtweite der anderen Boote zu navigieren, mit dem ikonischen Spinnaker Tower im Hintergrund. Doch leider liessen die Winde während des Rennens nach, sodass sich die Rennleitung für einen Abbruch des Rennens entschied.

Ankunft in Portsmouth

Es folgte die Parade aller zehn Yachten nach Portsmouth Harbour. Angeführt wurde die Parade von einem grossen Fährschiff, gefolgt von einem alten Dampfschiff und zwei Schleppern. Anschliessend folgten die zehn Yachten bevor dann auch die Zuschauerboote sich einreihten. Dabei zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite mit strahlendem Sonnenschein. Ausserdem frischte am Nachmittag dann auch der Wind etwas auf.

Beim Anlegen in Portsmouth gab es dann neben der Musik für jedes Team auch einen pyrotechnischen Willkommensgruss. Es folgte die Parade zur grossen Bühne, wo wir elf Monate zuvor feierlich verabschiedet worden waren. Jedes Team feierte die eigenen Erfolge, bevor alle Weltumsegler nochmals zusammen mit Sir Robin Knox-Johnston auf die Bühne kamen und für diese besondere Leistung geehrt wurden.

Ich kann das alles noch gar nicht so ganz fassen. Am Montag haben wir dann alle Boote zurück nach Gosport gebracht und für die Rückgabe vorbereitet. Es war ein bisschen nostalgisch, hatten wir alle doch mehrere Wochen in Gosport verbracht während der Trainings und Vorbereitungswochen. Jetzt geht es erstmal wieder zurück nach hause und dann zurück in mein normales Leben. Ich freue mich auf jeden Fall schon ganz viele Leute wiederzusehen.

Wie es dann weiter geht, wird sich wohl erst in ein paar Wochen oder Monaten zeigen. Aber ich freue mich bereits auf das nächste Wiedersehen mit all den Leuten, die ich im letzen Jahr kennengelernt habe. Und natürlich arbeite ich auch schon an den nächsten Segelabenteuern. Die werden dann sicher erstmal etwas kleiner sein. Wie genau das dann aussieht, weiss ich aber selber noch nicht.

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