Dicker roter Fleck

Die vergangenen Tage waren sehr abwechslungsreich. Die Winde in Äquator-Nähe sind eher schwach und unbeständig. Dafür sorgt die hohe Sonneneinstrahlung für hohe thermische Aktivität mit Wolkenbildung und einigen Gewitterzellen. Diese können dann neben erheblichen Winddrehern auch kräftige Böen mit sich bringen.

Um solche Gewitterzellen frühzeitig zu erkennen verwenden wir insbesondere während der Nacht das Radar. Zwar kann das Radar keinen Wind erkennen, aber die Strahlen werden vom Regen, der oft damit einhergeht, reflektiert. Je mehr es regnet, umso stärker ist die Reflektion. Dabei werden schwache Reflektionen auf dem Bildschirm blau, mittlere gelb und starke rot dargestellt.

Während die meisten Nächte eher ruhig verlaufen sind, haben wir in der vorletzten Nacht eine riesige Wolke über uns gehabt. Als wir an Deck kamen nam der rote Bereich fast den kompletten Bildschirm ein, mit acht Seemeilen Radius in der Darstellung. Und dort hielt sich die Wolke für über vier Stunden mit starkem Regen während der ganzen Zeit. Während die Abkühlung an Deck sehr gelegen kommt, müssen unter Deck die Luken dicht gemacht werden, damit ken Wasser rein läuft. Damit ist dann die Belüftung aber beeinträchtigt und es wird sehr stickig.

Der Äquator ist überquert und wir halten einen nord-westlichen Kurs in Richtung der Nordspitze der Philippinen. Mittlerweile haben wir nicht nur die halbe Strecke für dieses Rennen hinter uns, sondern auch die Hälfte der Weltumrundung geschafft. Ein wichtiger Meilenstein, den wir in Subic Bay sicher gebührend feiern werden. Bis dahin ist es aber noch gut eine Woche und wir sind in einer guten Position mit nicht allzu viel Abstand zu den Booten vor uns. Entsprechend hoffen wir noch ein bisschen schneller zu segeln um ein paar Plätze gut zu machen.

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