Es ist warm

Wir haben die US-Küste hinter uns gelassen und befinden uns nun vor der Mexikanischen Küste. Diese erstreckt sich über rund 1800 Seemeilen, bevor wir die übrigen Staaten Mittelamerikas erreichen. Bis zu unserem Ziel in Panama bleiben aktuell noch rund 2000 Seemeilen.

Vor einer Woche waren wir noch einigermassen beständig unterwegs. Die Entscheidung den Sprint auf direktestem Weg zu bestreiten hat sich ausgezahlt und wir haben uns mit der kürzesten Zeit drei wichtige Punkte sichern können. Damit verbunden sind wir im Rennen jedoch weiter zurückgefallen. Doch auch nach dem Ende des Sprints waren wir mit vernünftigen Winden unterwegs und konnten den Abstand zu den führenden Booten halbieren. Leider sitzen wir nun in der gleichen Schwachwindzone und die ersten Boote scheinen wieder Fahrt aufzunehmen, während wir zwischen langsamem Fortschritt und fast komplettem Stillstand hin und her schwanken.

Derweil haben die Temperaturen mächtig zugelegt. An Tag ist es unter Deck kaum auszuhalten und an Deck herrscht ein regelrechter Kampf um die wenigen Schattenplätze. Dort lässt es sich aushalten, vor allem wenn eine leichte Brise für etwas Abkühlung und zumindest ein bisschen Fortkommen sorgt. Selbst das Wasser ist mittlerweile über 28 Grad Celsius warm, sodass es auch Nachts nur geringfügig kühler wird. Immerhin ist so mit einem Batterie-betriebenen Ventilator an ein wenig Schlaf zu denken.

Die Hitze macht auch dem Kühlschrank zu schaffen. Dieser kann an den heissen Tagen die Temperatur nicht mehr halten und wärmt sich auf. Entsprechend musste das Menü der letzten Tage etwas umgestellt werden, um möglichst viel der frischen Waren zu verbrauchen, bevor sie verderben. Bald dürfte es neben Dosen-Gemüse dann nur noch Zwiebeln geben, die sich erstaunlich gut zu halten scheinen. Gepaart mit genügend Reis und Pasta werden wir zumindest genug zu essen haben, auch wenn sich der Appetit bei den meisten auf Grund der Temperaturen in Grenzen hält.

Als wir praktisch komplett still standen konnten einige kurz vor Sonnenuntergang einen Sprung ins Wasser vagen. Wirklich kalt ist es zwar nicht, aber momentan ist fast jede Abkühlung recht. Daneben geniessen wir atemberaubende Sonnenauf- und Untergänge. Und die gelegentlichen Besuche der Tiere. Einige Vögel haben sich für mehr oder weniger lang bei uns an Deck niedergelassen um sich etwas zu erholen. Neben einer riesigen Gruppe von mindestens dreissig Delphinen hatten wir auch Besuch von einem Blauhai. Seit dessen Sichtung stehen die Ausflüge ins Wasser nicht mehr auf dem Programm.

Comments

Kommentar verfassen