Zwischenstopp Seattle

Mit etwas Verspätung aber gerade noch Rechtzeitig für die Preisverleihung haben wir Seattle erreicht. Und das trotz des gebrochenen Ruders nicht an letzter Position. Bis auf ein paar kleinere Verletzungen waren ausserdem alle wohlauf. Aber nach 31 Tagen auf See waren wir alle sehr erschöpft und einfach nur erleichtert angekommen zu sein.

Entsprechend schnell ist der Zwischenstopp dann auch vergangen. Erst die grosse Reinigung, dann die Unterhaltsarbeiten und Reparaturen haben uns gut auf Trapp gehalten. Ausserdem haben wir zumindest was haltbar ist bis Washington proviantiert, sodass Konserven und trockenes Essen für über 45 Tage an Bord verstaut werden musste. Bei 16 Personen an Bord kommt da so einiges zusammen.

Daher war die Zeit für Erholung eher kurz. Zwar konnte ich Seattle ein wenig erkunden aber einen Ausflug in einen der Nationalparks in der Nähe habe ich nicht geschafft. Das gibt mir aber einen Grund wieder zu kommen. Denn Seattle hat mir gut gefallen. Einzig die Preise für Essen und Trinken könnten mich davon abhalten. Als wären die ausgewiesenen Preise nicht schon hoch genug, kommen Steuern noch oben drauf. Und wer nicht mindestens 20% Trinkgeld gibt wird obendrein noch schräg angeschaut.

Nach rund einer Woche sind wir nun wieder unterwegs mit Ziel Panama und anschliessend Washington DC. Wie auch schon bei der Ankunft in Seattle waren rund 20h Fahrt unter Maschine notwendig, um neben der Schifffahrtsstrasse für die Grossschifffahrt den Fluss zu bewältigen. Dabei haben sowohl die Schiffe als auch die Ufer die Fahrt zu einem wahren Erlebnis gemacht.

Der Rennstart war soweit erfolgreich. Wie auch alle anderen Boote haben wir kurz nach dem Start unseren Spinnaker gesetzt. Nach der langwierigen Reparatur in Seattle war die Erleichterung bei allen gross, als er unser Boot auf bis zu 15 Knoten beschleunigte. Nach einem unerwarteten Bergemanöver in den Morgenstunden weil der Ring-Spleiss am Hals vom Segel sich gelöst hatte, wurde der Spinnaker dann direkt wieder gesetzt.

Am Nachmittag hatten wir dann weniger Glück. Nachdem sich der Spinnaker zuerst um das Vorstag gewickelt hatte, brauchten wir einen Moment um das Segel wieder frei zu bekommen. Doch als das Segel frei war offenbarte sich ein langer Riss entlang des Vorlieks. Die Reparatur aus Seattle hatte nicht gehalten. So Gross wie die Freude am Vortag gewesen war, war nun die Enttäuschung.

Zwar konnten wir alle Teil bergen, sodass eine erneute Reparatur möglich sein sollte, sind nun aber mit dem Starkwind-Spinnaker etwas langsamer unterwegs als vorher. Aber zumindest haben wir nun seit langem mal wieder achterliche Winde, was das Leben an Bord deutlich angenehmer macht und uns relativ schnell südwärts bringt. In ein paar Tagen sollte es dann deutlich wärmer werden und in etwas mehr als einer Woche ist es vermutlich so warm, dass wir uns wieder nach Kälte sehnen.

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