Wir sitzen nun bereits seit ein paar Tagen in einem sekundären Tiefdruckgebiet, dass sich zwischen zwei Hochdruckgebieten entwickelt hat. Dieses Tief ist für den Wind verantwortlich, welcher seit Tagen aus ungefähr der Richtung kommt, in die wir wollen: Osten. Entsprechend zäh ist der Fortschritt. Wir kreuzen gegen den Wind und kommen dem Ziel dabei nur langsam näher.
Positiv ist jedoch, dass wir nicht weiter zurück fallen. Obwohl wir jedes Mal die Segelfläche verkleinern müssen, wenn wir auf die Seite mit dem gebrochenen Ruder wechseln, können wir unseren Abstand zu den Booten vor uns ungefähr halten. Es dauert so zwar jedes Mal eine knappe Stunde mit wenden, Segel setzen und Grosssegel reffen. Aber der Aufwand scheint sich auszuzahlen. Wir sind weiterhin in Schlagdistanz zu den Booten vor uns.
Die Stimmung an Bord ist nach wie vor gut. Dennoch macht sich so langsam bei allen die Sehnsucht bemerkbar endlich anzukommen. Es ist der letzte Abschnitt in diesem Rennen, aber die drei Wochen auf See stecken uns allen in den Knochen. Einige haben sich in der Zeit kleinere Verletzungen zugezogen. Aber das meiste wird wohl vergessen sein, wenn wir ankommen und auf das Erlebte anstossen. Und genau dieser Gedanke gibt uns momentan Kraft weiter zu machen, auch wenn es schwer fällt.
Seit gestern ist es gefühlt nochmal kälter geworden. Ob das nur daran liegt, dass wir jetzt etwas weiter nördlich sind oder der aber der Wind die Abkühlung gebracht hat, wissen wir nicht. Aber das ist ja auch egal. Selbst mit der Rotation, die uns weniger Zeit an Deck verbringen lässt, war allen kalt. Da war es dann auch fast egal ob es warmer Tee, Suppe oder Porridge war. Die Hauptsache war, es war warm. Damit wurden dann zumindest die Hände und der Hals etwas aufgewärmt. Danach war einem dann wenigstens für die ersten paar Minuten warm, bevor es eine Stunde später wieder ausgekühlt unter Deck ging.
Und so geht es aktuell Wache für Wache. Tagsüber ist es zwar etwas wärmer, aber immer noch zu kalt um die ganze Zeit an Deck zu verbringen. Ausser natürlich es stehen wieder Manöver an. Insbesondere beim Setzen der Segel und Reffen wird einem dann wieder warm. So haben die Wenden noch einen weiteren Vorteil. Also abgesehen davon, dass die Zeit schneller vergeht, wenn etwas zu tun ist. Schlag um Schlag kommen wir dem Ziel näher und damit auch der wärmenden Dusche.

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