In der letzten Woche haben wir uns der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika entlang nach Süden vorgekämpft. Erst entlang von Oregon und dann Kalifornien, von San Francisco über Los Angeles bis nach San Diego. Mittlerweile haben wir aber auch das passiert und befinden uns vor der Mexikanischen Küste. Die Winde auf dem Weg waren eher schwach und wechselhaft, sodass wir nur gemächlich vorankommen.
Auf dem Weg konnten wir einen Punkt im Scoring Gate mitnehmen, welches wir an dritter Position durchlaufen haben. Anschliessend sind wir jedoch in einer Schwachwindzone stecken geblieben, während die anderen Boote teilweise bis auf 300 Seemeilen von uns davon gezogen sind. Das schmerzt zumal mit den eher schwächer werdenden Winden ein Aufholen immer schwieriger wird. Seit ein paar Tagen ist der Rückstand zumindest nicht weiter angewachsen und hat sich zumindest zu ein paar Booten sogar reduziert.
Die grosse Frage bleibt wie lange uns noch Wind begleiten wird und wo das Rennen endet. Die Ziellinie ist zwar noch rund 2’500 Seemeilen entfernt. Aber in den letzten Jahren musste das Rennen jeweils vorher beendet werden. Dafür gibt es bis dorthin noch sechs weitere Tore, die alle Boote durchqueren müssen. Jedes dieser Tore kann dann als Ziel erklärt und für die Resultatermittlung verwendet werden. Damit könnte das Rennen auch schon in 1’400 Seemeilen zu Ende sein, falls das erste Tor zum Ziel erklärt würde.
Aber bisher weiss noch niemand, wo dieses Rennen zu Ende gehen wird. Das heisst wir können nichts tun, ausser so schnell wie möglich in Richtung des nächsten Tores zu segeln. Das läuft momentan auch ganz gut, wobei wir den gerissenen C2 Spinnaker vermissen. Die Windgeschwindigkeit ist momentan an der oberen Grenze für den Leichtwind-Spinnaker C1. Immer wieder haben wir Böen, in denen der Wind die Geschwindigkeit überschreitet, für die das Segel ausgelegt ist. Bis anhin geht das gut und wir erreichen gute Bootsgeschwindigkeit in mehrheitlich der richtigen Richtung. Hoffentlich zahlt sich das Risiko aus und wir können ein paar Punkte aus dem Sprint mitnehmen.
Das Wetter ist derweil etwas milder als angenommen. Zwar wurde es an den Tagen mit wenig Wind und viel Sonne schon ziemlich warm. Aber zumindest die Nächte sind nach wie vor frisch und so schläft es sich noch ganz angenehm. Seit etwa zwei Tagen haben wir zudem eine fast vollständig geschlossene Wolkendecke. Damit steigen die Temperaturen auch tagsüber nicht mehr so stark an. Und in der Nacht bleibt es dunkel. Selbst der Mond scheint meist nicht durch die Wolken und es ist schwarz. Teilweise is es sogar so schwarz, dass kein Horizont erkennbar ist.
Dafür hatten wir bereits einige Begegnungen mit Tieren. Von Walen über Robben und Albatrosse bis hin zu Tintenfischen haben bereits so manchen Bewohner dieser Gegend kennengelernt. Abgesehen von den Tintenfischen, die ihren Weg auf unser Deck gefunden haben, waren die anderen Begegnungen mit genügend Abstand und somit ohne gegenseitige Beeinträchtigung. Somit können wir sie unbeschwert geniessen und müssen uns weder um unser Schiff noch die anderen Lebewesen Sorgen machen.

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