Nachdem unser Ruder gebrochen ist, waren wir zunächst einige Zeit mit Wind von der falschen Seite unterwegs. Mit dem guten Ruder auf der Wind-Seite müssen wir das Boot einigermassen in der Waage halten, damit es nicht aus dem Wasser gehoben wird. Entsprechend konservativ muss die Segel-Garderobe gewählt werden, wodurch wir ziemlich langsam vorankamen.
Nachdem der Wind gedreht hat und wir ihn auf der anderen Seite hatten, konnten wir wieder etwas sportlicher segeln. Für ungefähr zwei Tage waren wir als schnellstes Boot der Flotte unterwegs und konnten zumindest unsere Position auf dem vorletzten Platz verteidigen. So kamen wir gut voran und die Meilen purzelten nur so.
Und so kamen wir auch zu eine weiteren Meilenstein auf unserer Weltumrundung. Am Montagvormittag überquerten wir den 180ten Längengrad und damit die Datumsgrenze. Das warf uns 24 Stunden zurück, sodass ich mein vermutlich längstes Osterwochenende verbringen konnte. Dazu kamen etwas Sonne und ein paar Delphine, die uns für einige Zeit begleiteten. Einzig getrübt wurden die Tage durch die Wellen, die immer wieder über das Deck brachen. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich ist das dann sehr frisch. Umso glücklicher bin ich uber meinen Trockenanzug, der dicht hält und somit zumindest das Schlimmste verhindert.
In den kommenden Tagen sieht das Wetter etwas unbeständiger aus. Wir werden weiterhin versuchen ostwärts zu kommen und hoffen, das uns das defekte Ruder nicht allzu sehr beeinträchtigt. Dann sollten wir Chancen haben unsere aktuelle Position über die Ziellinie zu retten und vielleicht sogar noch von Fehlern der vor uns segelnden Boote zu profitieren.

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