Die letzten paar Tage waren intensiv. Renntechnisch lief es ganz gut und wir konnten uns näher an die Boote vor uns heran kämpfen. Im Gegenzug ist der Abstand nach hinten gewachsen. Alles in allem also durchaus erfreulich.
Ermöglicht wurde das durch kräftige Winde aus nördlicher Richtung. So konnten wir mit unserem intakten Ruder im Wasser gute Fahrt machen. Neben den schnellen Segelbedingungen brachten die nördlichen Winde aber auch einen Temperaturabfall. Insbesondere in der Nacht ist es jetzt jeweils sehr kalt. Deswegen haben wir jetzt ein Rotations-System, sodass wir nicht die ganze Zeit während unserer Wache an Deck sitzen, sondern auch Zeit unter Deck bekommen, wo es zumindest ein wenig wärmer ist.
Neben den kalten Winden hatten wir auch ein wenig Regen. Deutlich unangenehmer war jedoch die Gischt, welche in teils pechschwarzen Nächten ins Gesicht klatschte, ohne dass man irgendeine Chance hatte, die zu sehen. Zusammen mit dem Wind wird es dann sehr kalt, zumal weder die Wasser- noch die Lufttemperatur über zehn Grad liegen. Anschliessend prickelt die Haut, wie bei einem guten Peeling.
Mittlerweile hat der Wind auf Ost gedreht, womit er genau aus der Richtung kommt, in die wir wollen. Das macht es für uns etwas schwieriger unsere Position zu halten. Müssen wir jetzt gegen den Wind ankreuzen, haben wir jeweils auf der einen Seite nur das gebrochene Ruder im Wasser. Damit kommen wir dann nur langsam voran, weil wir das Boot mit weniger Segeln fahren müssen um manövrierfähig zu bleiben.
Darüberhinaus ist heute eine der beiden Toiletten kaputt gegangen, sodass diese beim Spülen jeweils eine Überschwemmung verursacht. Somit staut sich beim Wachwechsel jetzt jeweils alles vor der anderen Toilette. Im Moment ersetzt die andere Wache ausserdem unseren Grossschot-Block, da sich beim bisherigen das Lager verabschiedet hat. Somit dreht er nicht mehr und das Trimmen fällt so unnötig schwer.
Doch auch diese Rückschläge werden uns nicht aufhalten. Die Stimmung an Bord ist nach wie vor gut und wir werden alles daran setzen möglichst schnell ins Ziel und dann nach Seattle zu kommen. Bis dahin bleiben jetzt noch rund 1500 Seemeilen mit hoffentlich keinen weiteren unangenehmen Überraschungen. Und wenn es etwas wärmer wird ist das auch allen an Bord Recht.

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