Nachdem uns die Kaltfront vor ein paar Tagen erreicht hatte, fielen die Temperaturen und der Wind nahm kontinuierlich ab. Das Windloch hatte sich bereits in den Prognosen abgezeichnet, war aber zu gross als dass wir es hätten umfahren können. Entsprechend lag der Fokus darauf, sich vor dem Einschlafen des Windes so zu positionieren, dass wir möglichst früh wieder Wind bekommen würden. Der Plan ging nur bedingt auf, gelang es einigen anderen Booten doch deutlich weniger lang festzustecken. Dennoch meisterten wir die Geduldsprobe mit zeitweise weniger als zwei Knoten Wind ganz gut und nutzten unsere Leichtwind-Segel, die schon einen Moment lang nicht mehr zum Einsatz gekommen waren.
Seit gut einem Tag hat der Wind nun wieder zugenommen und mittlerweile machen wir wieder gute Fahrt in Richtung des südlichsten Wegpunktes unserer Weltumrundung: der Südspitze von Tasmanien. In ungefähr einem Tag sollten wir die virtuelle Marke vor der Küste erreichen, nach der wir endlich wieder nordwärts segeln werden. Das Wetter bis dahin sieht einigermassen beständig aus, auch wenn wir abermals eine Abnahme des Windes erwarten können. Anschliessend geht es dann mehr oder weniger weit von der Australischen Küste entfernt nach Norden, immer mit einem Auge auf dem Ost-Australische Strom der mit bis zu drei Knoten in südlicher Richtung fliesst und uns damit ausbremsen würde.
Für uns an Bord waren die etwas leichteren Bedingungen eine willkommene Gelegenheit sich ein wenig zu erholen. Leichter dabei nur was das Leben unter Deck anbelangt. An Deck ist es nach wie vor sehr kalt und wir haben deutlich mehr Segel-Wechsel machen müssen, als in den Tagen zuvor. Dennoch können wir aber alle gut erholt in die zweite Hälfte dieses Rennen gehen, welches mit den bereits erwähnten Meeresströmungen und den Inseln und Riffen vor der Küste interessant werden dürfte. Zum einen muss be der Navigation mit mehr Aufmerksamkeit agiert werden als in den vergangenen Tagen, zum anderen eröffnen sich dadurch auch taktisch mehr Möglichkeiten. Entsprechend ist bei den nach wie vor engen Abständen zwischen uns und den anderen Booten noch vieles möglich. Sowohl eine Verbesserung der Position ist realistisch, aber auch hinter uns lauern Boote die sich gerne verbessern möchten. Von daher geht das neue Jahr dann genau gleich weiter, wie das alte aufhören wird: regelmässige Trim-Checks und Segelwechsel, um nicht gegenüber den anderen zurückzustehen.

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