Nach einer Woche auf See…

Die erste Woche war ziemlich haarig. Der Wind war entweder sehr stark oder leicht. Allgemein sind wir nicht so voran gekommen, wie wir es gehofft hatten. Am achten Tag auf See starteten wir den Generator, wie wir es jeden Tag machen. Das wird normalerweise vom Tages-Ingenieur gemacht, eine Rolle die täglich rotiert.

Nachdem ich aufgestanden war, versuchte ich den Wassermacher zu starten um unsere Tanks aufzufüllen. Eine der grössten Sorgen ist, dass uns das Trinkwasser ausgeht. Entsprechend läuft auch der Wassermacher jeden Tag, um die Tanks zu jeder Zeit gut gefüllt zu halten. Beim Start das Wassermachers stabilisierte sich der Druck zuerst, bevor er erheblich abfiel and der Wassermacher stoppte. Beim Überprüfen der Versorgungsspannung fiel mir auf, dass das Ladegerät nicht zu laufen schien.

Generator-Fehler

Die weitere Fehlersuche ergab, dass der Generator sich selbst abgeschaltet hatte. Der Fehler-Code deutete auf ein Problem mit der Frischwasserkühlung hin. Entsprechend schaltete sich der Generator ab, um zu verhindern, dass er Schaden nimmt. Wir überprüften die Frischwasser-Zufuhr, welche soweit gut aussah. Daher vermuteten wir, dass das Problem die Pumpe im Generator sein müsse.

Als ich die Paneele vom Generator entfernte um Zugang zu der Pumpe zu erhalten, viel mir bereits etwas Staub auf. Ich konnte mich nicht erinnern, dass dieser beim letzten Mal schon da gewesen wäre. Als das letzte Paneel entfernt war, konnte ich den Riemen sehen, der den Motor mit den Pumpen verbindet. Dieser Riemen war zu loose, da ein Rad, um das der Riemen läuft, von seinem Schaft gebrochen war. Und der Staub war Abrieb von eben diesem Rad, das über die Reste des Schafts bewegt wurde.

Es sah nicht gut aus und wir waren einen Moment nicht sicher, ob wir dies würden reparieren können. Das Maintenance Team war zurück in England und würde auf Grund der Tageszeit und Zeitverschiebung noch für ein paar Stunden nicht erreichbar sein. Also entschieden wir uns den Generator auseinander zu bauen, um das defekte Teil entfernen zu können. Als wir den Pumpen-Teil entfernten kam mir dieser bekannt vor. Ich ging zurück zu unserem Ersatzteile-Lager und fand eine baugleiche Ersatz-Pumpe, welche ich in Portsmouth vor dem Rennbeginn dort verstaut hatte.

Alles funktioniert wieder

Von da an war die Reparatur ein Kinderspiel. Wir bauten die Ersatz-Pumpe ein und begannen mit dem Wieder-Zusammenbauen des Generators. Nach etwas mehr als der halben Morgen-Wache im Maschinenraum lief der Generator wieder ohne Probleme und ich konnte endlich den Wassermacher starten. Das entsprach nicht ganz dem, was ich beim Aufstehen von der Wache erwartet hatte. Aber zumindest gab es ein glückliches Ende.

Dies zeigt wie wichtig es ist, einige Ersatzteile mit an Bord zu haben. Ich bin glücklich, dass ich vor Abreise durch alle Ersatzteile durchgegangen bin, um einen Eindruck zu bekommen, was wir an Bord haben. Und eine Menge Erfahrung scheint in die Auswahl der Ersatzteile geflossen zu sein. Zwar scheint dieses Fehlerbild neu zu sein, dennoch hatten wir ein Ersatzteil dabei, das uns eine Reparatur ermöglicht hat.

In Anbetracht der Aussentemperatur hätte vermutlich so manch einer Zeit im warmen Maschinenraum verbringen wollen. Mir wurde auf jeden Fall so warm, dass auch ein wenig Schweiss geflossen ist. Aber es hätte auch in wärmeren Gefilden passieren können, in denen noch mehr Schweiss geflossen wäre.

Comments

Kommentar verfassen