Ankunft in Fremantle

Wir sind am vergangenen Dienstag in Fremantle, Australien angekommen, 23 Tage nachdem wir Kapstadt verlassen hatten. Obwohl wir nur einen Tag und knapp acht Stunden hinter dem ersten Boot die Ziellinie überquerten, reichte es nur für Platz neun. Das ist nicht das Resultat, auf das wir gehofft hatten. Und es widerspiegelt auch nicht, wie viel wir in dieses Rennen investiert haben. Nichtsdestotrotz versuchen wir uns auf die positive Punkte zu konzentrieren, von denen es einige gibt.

Unsere Passage von Kapstadt nach Fremantle

Wir hatten sehr unterschiedliche Bedingungen mit Windgeschwindigkeiten unter zehn Knoten, bei denen es schwierig war das Boot überhaupt in Bewegung zu halten bis hin zu Windgeschwindigkeiten um 50 Knoten. Mit dem grossen Unterschied in den Windgeschwindigkeiten hatten wir auch Unterschiede im Seegang. Von über 5m hohen Wellen bis hin zu fast glatter See war alles dabei, inklusive gelegentlicher Kreuzseen, wenn die Wettersysteme über uns hinweg zogen. Es gab sonnige Tage, etwas Regen aber meist war es bewölkt mit nur wenig Kontrast zwischen der See um dem grauen Himmel, was das Steuern insbesondere in der Nacht teilweise sehr anspruchsvoll gemacht hat.

Aber wir sind durch all das durchgekommen, ohne grössere Schäden. Wir hatten ein paar kleinere Löcher in verschiedenen Segeln, die wir jeweils direkt behoben haben, nachdem wir diese entdeckt haben. Es gab auch einzelne technische Defekte, unter anderem der WLan-Router, was unsere Kommunikation doch erheblich beeinträchtigt hat. Das ist auch der Grund, warum es in den vergangenen zwei Wochen hier keine Updates gab. Ich werde aber versuchen in den kommenden Tagen Berichte vom letzten Rennen nachzuliefern.

Zusätzlich haben wir uns verbessert. Wir versuchten so viele verschiedene Leute wie möglich ans Steuer zu bringen, damit sie in den unterschiedlichen Bedingungen ihre Fähigkeiten verbessern konnten. Mir kam dabei die Rolle des Coaches zu, der ihnen dabei half die jeweilige Situation zu bewältigen, auch wenn sie so etwas vorher noch nie erlebt hatten. Es ist ein echtes Privileg diese immensen Fortschritte mitzuerleben, die es ihnen ermöglichen immer schwierigere Situationen völlig alleine zu meistern. Und es hilft auch mir zu reflektieren, was ich mache und wir ich das vielleicht besser machen könnte. Und zusammen mit der ganzen Unterstützung, die ich über die vergangenen Monate bekommen habe, hilft mir das auch selbst immer besser zu werden.

4. Monat – 4. Kontinent

Schon bevor wir Land sehen konnten, konnten wir es riechen. Wir konnten uns nicht einig werden, wo nach es roch. Es würde aber der vierte Kontinent sein, seit wir Portsmouth Ende August verlassen haben mit Stopps in Spanien, Uruguay und Südafrika. Glücklicherweise haben wir Fremantle am Morgen erreicht, sodass wir die Ankunft bei Tageslicht geniessen konnten. In den vergangenen Tagen hatten wir bereits mit der Reinigung begonnen, um bestmöglich auf die Bio-Sicherheit-Inspektion vorbereitet zu sein, die uns nach der Ankunft erwarten würde.

Als wir um Rottnest Island herum kamen, konnten wir Power of Seattle vor uns sehen. Zwischenzeitlich hatten wir mal gehofft, sie noch vor dem Ziel abfangen zu können. Jetzt waren sie aber schon fast über die Ziellinie, währen wir noch ein paar Meilen vor uns hatten. Ungeachtet dessen genossen wir aber das Segeln in Richtung der Ziellinie mit gutem Wind. Während die letzte Wende schon einige Zeit zurück lag, standen auf den letzten Meilen gleich zwei an, um sicher über die Ziellinie zu kommen.

Die Einfahrt in den Hafen gestaltete sich dann etwas schwieriger, da wir ein Problem mit unserer Maschine hatten. Dazu werde ich in einem separaten Beitrag noch ausführlicher berichten. Mit der Hilfe einiger Schlauchboote gelang es uns aber sicher am Quarantäne-Steg festzumachen und die Bio-Sicherheit-Inspektion und Einreiseformalitäten zu absolvieren. Alle Beamten waren sehr professionell und freundlich. Nach etwa einer Stunde waren wir einklariert und konnten endlich an Land. Dort wurden wir durch den Fremantle Sailing Club mit Hot-Dogs und kalten Getränken empfangen, die wir allzu gerne angenommen haben.

Reinigung und Unterhalt

Am folgenden Tag starteten wir dann mit der grossen Reinigung. Diese ging deutlich schneller von Statten, da wir einen grossen Teil schon auf See erledigt hatten. Dadurch hatten wir etwas mehr Freizeit am Nachmittag, bevor wir mit den Unterhaltsarbeiten am Folgetag starteten.

Da es diesmal keine grösseren Schäden gab, war die Liste der Unterhaltsarbeiten vergleichsweise kurz. Es waren die regelmässigen Unterhaltsarbeiten, welche wir jetzt zum grössten Teil abgeschlossen haben. Das ermöglicht es allen Crew-Mitgliedern ein paar Tage Erholung zu geniessen, bevor wir am 21. Dezember wieder die Segel setzen.

Über die kommenden Tage werde ich versuche noch ein paar Sachen hier in West-Australien anzuschauen, mich etwas zu erholen und die versprochenen Beiträge hochzuladen. Bleibt gespannt, aber verzeiht mir, wenn es nicht allzu viele Updates gibt, da ich auch etwas Erholung brauche.

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