Rund um das Kap der Guten Hoffnung

Am vergangenen Sonntag war es an der Zeit, Kapstadt zu verlassen. Wir starteten mit einer Parade zu den Booten, die von einer afrikanischen Tanzgruppe angeführt wurde. Es folgte noch das obligate Crew-Photo, bevor wir als zweites Boot den Hafen verliessen. Bereits in der Hafeneinfahrt wurden uns die warnenden Worte aus dem Briefing am Vortag in Erinnerung gerufen. Der Wind bliess mit Böen von über 30 Knoten. Dem entsprechend fand die Parade der Boote ohne Segel statt.

Der Start war vor dem Leuchtturm von Green Point angesetzt. Bereits kurz nach dem Queren der Linie kamen wir in den Windschatten des Tafelberges. Es war zäh und leider führte dies bereits zum ersten Auseinanderfallen des Feldes, als die ersten Boote das Ende des Windlochs erreichten und den hinteren Teil der Flotte zurück liessen. Leider weil wir zwar diesmal nicht als letztes Boot aber dennoch im hinteren Teil der Flotte die Startlinie gequert hatten.

Nach dem Kreuzen des Verkehrstrennungsgebietes vor Kapstadt nahm der Wind dann sukzessive zu. Vorsegel hatten wir auf Grund der Wettervorhersage bereits kleinere angeschlagen, sodass wir nur das Grosssegel reffen mussten. Zuerst gingen wir nur ins erste Reff. Nach Einbruch der Dunkelheit erreichte der Wind dann wiederum Geschwindigkeiten von weit über 30 Knoten, sodass wir ins zweite Reff gehen mussten. Dazu drehten wir kurz bei, was dazu führte, dass uns das verfolgende Boot Scotland mit nur wenigen Metern Abstand überholte. Sobald das Reff gesichert und wir wieder auf Kurs waren, versuchten wir den Rückstand wieder aufzuholen. Und das mit Erfolg: rund eine Stunde später konnten wir uns wieder an ihnen vorbei schieben.

Die weitere Nacht verlief dann ohne besondere Vorkommnisse. Wir versuchten den Wind, der teilweise mit über 40 Knoten bliess, zu nutzen, um möglichst weit gen Süden vorzudringen. Schliesslich sollte sich später ein Hochdruck-Kern auf unserer Route ausbreiten, der für praktische Windstille sorgen würde. Und so kam es auch. Nach den ersten 24 Stunden in denen einige an Bord mit Seekrankheit zu kämpfen hatten beruhigte sich das Wetter und wir waren in der folgenden Nacht bei teilweise nur noch zwei bis drei Knoten Windgeschwindigkeit unterwegs. Ein Teil der Flotte war bereits weiter südlich und kam damit etwas früher in den Genuss der wieder aufkommenden Winde. Scotland hingegen hatte eine Wende gefahren bevor der Wind ausging und hatte sich weiter östlich in Position gebracht. Wie sich herumstellte waren beide Optionen besser als die unsere, verbrachten wir nun den folgenden Tag damit entgegen eines Ozeanstroms gegenanzusegeln. Das kostete uns wertvolle Geschwindigkeit und hat unseren Rückstand auf die Führenden auf mittlerweile rund 100 Seemeilen anwachsen lassen. Immerhin scheint es nun fast allen be uns an Bord besser zu gehen, sodass wir hoffentlich in den kommenden Tagen wieder etwas Boden gut machen können.

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