Willkommen im Südatlantik

Der Start vor Punta del Este war chaotisch. Unzählige Schaulustige standen auf der Mole, die uns vor den Wellen geschützt hatte. Der Kurs sah einen Vorwind-Start vor, was alle vor einige Herausforderungen stellte. Dennoch war es wieder unser Boot, das die Startlinie als letztes überquerte. Natürlich ist es bei einem Rennen über mehrere Wochen kein Beinbruch mit ein paar Minuten Rückstand zu starten, aber wirklich gut ist es auch nicht.

Der positive Nebeneffekt war, dass wir ein anderes Team beobachten konnten, das kurz nach dem Start einen Spinnaker setzte. Nachdem sie kurz darauf aus der Landabdeckung kamen und den Spinnaker direkt wieder bergen mussten, entschieden wir uns den bereits eingeleiteten Setzvorgang abzubrechen, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden.

Die ersten paar Wachen waren dann sehr anstrengend: tiefe Temperaturen, hoher Seegang, kräftiger Wind und das nach der längeren Pause. Entsprechend hatte einige mit Seekrankheit zu kämpfen. Auch ich bin nicht verschont geblieben. Immerhin hielt es nur ein paar Stunden an und mittlerweile geht es allen an Bord soweit ganz gut.

Das Wetter hat sich auch etwas beruhigt und wir versuchen uns auf die Südseite des Hochdruckgebiets vorzuarbeiten. Das wird es uns erlauben unseren frisch reparierten Spinnaker zu testen. In den kommenden Tagen wird sich dann auch zeigen, ob sich ein Kurswechsel in Richtung des Scoring-Gates lohnt oder wir stattdessen lieber auf direktem Kurs in Richtung Kapstadt bleiben. Auch welche weiteren Wetterüberraschungen der Südatlantik noch für uns bereit hält bleibt es abzuwarten. Nach aktueller Prognose könnten wir schon in knapp zwei Wochen Kapstadt erreichen. Das würde uns genügend Zeit für die Reparaturen und wohlverdiente Erholung verschaffen.

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